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projektp  E.i.H.d.M.  Expedition ins Haupt der Medusa Berlin 2018
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Fragment 1                        Und der Unterleib der Gorgone fiel hinab aufs Lager zurück, als die Sichel von P. den Hals Medusas blitzschnell sezierte. Augenblicklich entsprangen der klaffenden Wunde der Überraschten der schneeweiße Pegasus und Chrysaor. Das Haupt an den Haaren gezerrt, der Mund weit aufgerissen zum stummen Schrei. Der schlangenumrankte Kopf der Verfluchten erstarrt im Schreck. Fortsetzung Am Ende der Seite

 

 
 

       
               

       
               

 

       
               

       
               
         

       
               
       
               

       
               

         
               

       
               

       
               

       
               
       
               
       
               
       
               
       
               
       
               
       
               
       
               
       
       
               
       
               
       
               
       
               
       
               
       
               
       
               
       
               
       
               
       
               
       
               
       
               
       
               
       
               
       
               
       
               
       
               
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© st.eel

Fragment 1

Und der Unterleib der Gorgone fiel hinab aufs Lager zurück, als die Sichel von P. den Hals Medusas blitzschnell sezierte. Augenblicklich entsprangen der klaffenden Wunde der Überraschten der schneeweiße Pegasus und Chrysaor.

Das Haupt an den Haaren gezerrt, der Mund weit aufgerissen zum stummen Schrei. Der schlangenumrankte Kopf der Verfluchten erstarrt im Schreck.

Der nicht endende Blutschwall überzog ihre Behausung vor dem Zugang der Finsternis am Strom zum Hades.

Die beiden Schwestern der Überwältigten erwachten und stimmten im Duo einen überirdischen Urschrei an, der Medusa auf ihren Weg begleitet als Schreckensbild der Helden und Götter.

Hier schreitet der Reisende fort zur „Expedition ins Haupt der Medusa“.

Fragment2

Der Reisende vernimmt mit schaudern das Rauschen aus dem Splitterwerk der dunklen Vorgeschichte. Unheilvolle kommt ihm der zuckende Unterleib der Medusa mit verklebten Augen in den Blick. Die Schlachtung befreit ihre Kinder durch den Geburtskanal der weit geöffneten Wunde und lässt sie frei in den Mythos.

Fragment3

Das Haupt der Medusa angeheftet mit geronnenen Blut der Unglückseligen an Athenes Aegis. Von dem matt schimmernden Schild der Gnadenlosen streift der Blick der Medusa über die anstürmenden Heere zum erstarrenden Horizont. Die Myriaden Krieger stürzen im Moment ihres Sterbens und der noch nicht gelebten Leben zu Staub geworden in Staub und Blut auf den ewigen Schlachtfelder.

Fragment 4

Der Reisende wendet seinen Blick in den nicht enden wollenden, grauenhaften Schacht des Ur-Mythos und fährt hinab, plötzlich umgeben von den Säulen des heiligen Tempels der Athene. Der Meeresgott Poseidon vergewaltigt die anmutige jungfräuliche Medusa in einem ekelhaften, geilen Akt. Vom göttlichen Blut der Urmutter stammend muss sich die schönste der drei Gorgonen mit atemberaubend, geöffneten Haar der männlichen Gewalt des Gottes geschlagen geben.

 Fragment 5

Mit Entsetzen und vernebeltem Blick versucht sich der Reisende dem Geschehen zu entziehen. In ihrer heiligen Stätte überrascht die Göttin Athene Poseidon beim Höhepunkt seines ekstatischen Treibens mit der dahingeworfenen Schönen. In göttlicher Wut richtet die Göttin ihren Fluch voller Hass nur gegen die Wehrlose. Der Gott taucht nun als strahlender Hengst wieder ein in sein Reich.

Fragment 6

Der göttliche Fluch über Medusa beginnt zu wirken. Die Mutterseelenalleine sucht in embryonaler Stellung wimmernd ein letztes Mal Schutz vor der entmenschlichen, unumkehrbaren Metamorphose des Grauens vor dem Abgrund.

Fragment 7

Der Reisende kann die Abfolge seines Albtraums nur noch über die dunkel schimmernde Mattscheibe seines Instruments erfassen. Medusa entkrampft sich aus ihrer erbärmlichen Stellung und verwandelt sich unmittelbar. Nichts mehr an ihr ist von menschlicher Natur. Das Ungeheuer windet sich mit Schlangen umwundenen Schädel, aufgerissenem Mund und kehllosem Schrei. Galliger Atem macht sich in den heiligen Hallen breit.Der Reisende entweicht mühsam dem unheilsamen Geschehen, erreicht die schneeweißen Außentreppen von Athenes Tempelanlage und muss sich darüber in einem Schwall übergeben.

Fragment 8

Der Reisende kommt wieder zu Sinnen und weicht dem Blickfeld der Todbringenden aus. Der Mythos vereinigt die Gorgonenschwestern zur Dreifaltigkeit des Schreckens und verortet sie zum weltumfließenden Strom Okeanos an der Grenze zum Totenreich. Der Reisende macht sich eiligst auf nach Rom und erhofft hier an den steinernen, antiken Stätten in die Abgründe der tiefsten Schichtung des Mythos‘ zu blicken.   

Fortsetzung folgt -